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Ursprünge des orientalischen Tanzes Arabisch heißt der Bauchtanz "raqs sharoqi", "Orientalischer Tanz". Er ist ein ganzheitlicher Tanz, der alle Körperteile bewegt. Die gebräuchliche Bezeichnung "Bauchtanz" trifft nur einen Teil dieser Tanzform. Diese Namensgebung hat sich wahrscheinlich eingeprägt, weil die in diesem Tanz typisch vorkommenden Beckenbewegungen in unseren traditionellen Tänzen fehlen und von daher "ins Auge fallen". Meistens gehen die Bewegungen von der Körpermitte aus. Dabei ist die Wirbelsäule die ruhende Achse um die das Becken oder der Brustkorb kreisen. Vibrationen, auch Shimmys genannt, lockern Muskeln und Gelenke. Der orientalische Tanz hat eine bestimmte Anzahl von Grundfiguren. Nicht die Vielzahl der Bewegungsfiguren, sondern die persönlichen Choreographien aus Kombinationen, Variationen der Bewegungsformen, verbunden mit spielerischen Elementen entsprechend des eigenen Temperamentes, machen den eigenen Körper zum (Tanz-) Ausdrucksraum. Dabei haben die Füße ständig Bodenkontakt. Sprünge gibt es keine, sie würden dem erdverbundenen Element des orientalischen Tanzes entgegenstehen. Seinen Ursprung hat der orientalische Tanz in Afrika. Schon die Pygmäen nutzten ihn als Fruchtbarkeits-, Hochzeits- oder Geburtstanz. Als sie als Sklaven nach Ägypten zu den Pharaonen kamen, brachten sie ihre Tanzformen mit und gaben sie weiter. Auch die Sumerer sollen schon vor 3.000 Jahren Tänze mit Hüftschwung gekannt haben. So jedenfalls deutet man Darstellungen auf Sandreliefs aus dieser Zeit. Anders als in Indien, Afrika oder Südamerika, wo bis heute durch Lastentragen auf dem Kopf das Gehen aus der Hüfte heraus nötig ist, um den Körper in Balance zu halten und damit das Becken beweglich bleibt, sind Westeuropäer eher unbeweglich im Beckenbereich. Wir neigen zur preußischen Grundhaltung - körperlich wie emotional.
Der gesundheitsfördernde Aspekt des orientalischen Tanzes
Die Isolationsbewegungen von Becken und Brustkorb kräftigen die Taille. Die oft feste Bodenhaftung mit hüftbreit gestellten Füßen und leicht gebeugten Knien bei nach vorne gerade gestelltem Becken straffen die Muskulatur von Oberschenkeln und Po. Der aufgerichtete Oberkörper und die immer vom Körper weg seitlich ausgestellten Arme (über dem Kopf bis seitlich neben den Hüften) lassen den Brustkorb mit angehobenem Brustbein sich optimal für die Atmung weiten. Dadurch kann viel mehr und tiefer - bis in den Bauchraum - eingeatmet werden. Auch die tiefer liegenden Organe werden so besser mit Sauerstoff versorgt. Die vielen selektiv, einzeln angesprochenen Muskelgruppen, z. B. wenn das Becken kreist bleibt der Brustkorb "stehen", wenn die Arme Schlangenbewegungen ausführen kreist nicht gleichzeitig das Becken oder der Brustkorb, fördern das Koordinationsvermögen. Bauchtanz, orientalischer Tanz gilt auch als idealer Begleiter durch die Wechseljahre. Herz und Kreislauf werden sanft belastet, der so angeregte Stoffwechsel führt zur Entschlackung, die Darmtätigkeit wird vermehrt angeregt. Auch zur Vorbeugung vor Osteoporose dienen die Ganzkörperbewegungen und hier insbesondere die Vibrationen (Shimmys), die dadurch eine Lockerung der gesamten Skelettmuskulatur und vermehrte Durchblutung der Knochenhaut erzielen. Die Lockerung von verspannten, d. h. falsch oder/und zu wenig beanspruchter Muskulatur mit anschließender Kräftigung, insbesondere der tief liegenden Muskeln im Beckenbereich, können typische Frauenbeschwerden wie Schmerzen im Unterleib, Rückenschmerzen oder Harnprobleme lindern oder sogar beheben.
Den Körper lockern und den Alltag abstreifen
Mit steigernder Tanzerfahrung entsteht meist schnell der Wunsch, die anfängliche Gymnastikbekleidung durch typische Kleidungsstücke wie Pumphose, Hüfttuch mit Bändern und Schellen, farbige, orientalische Stoffe zu ersetzen. Typischer Schmuck, Schwungschleier und Rhythmusinstrumente wie Zimbeln oder Tamburin ergänzen und verstärken den Schwung der orientalischen Tanzbewegungen. Die andere Musik, den Wunsch sich zu schmücken und einmal eine andere Rolle einzunehmen, lassen den Alltag vergessen. Es gibt viele gesundheitsfördernde Bewegungsformen aber der orientalische Tanz befördert ganz besonders die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Bauchtanz macht Spaß, ist sinnlich, fantasievoll - und erotisch! Orientalischer Tanz kann ein Schritt in die Freiheit bedeuten, die eigene Schönheit zu entdecken.
Tanzender Körper Im Spiegel dort das Bildnis Mary Wigmann (1886-1973)
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