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Der VDP Privatschulverband NRW e.V. hat vom 16. bis 17. März in Wuppertal seinen ersten VDP Kongress NRW 2007 unter dem Motto "Privatschulen - Treibhäuser der Zukunft" veranstaltet. Über einhundert Privatschulvertreter folgten der Einladung des Berufsverbandes mit Sitz in Düsseldorf. Die Veranstaltung wurde von der Vorsitzenden des Berufsverbandes, Petra Witt eröffnet. In Ihrer Eröffnungsrede betonte sie, dass es nur in einem System größtmöglicher staatlicher Freiheit Bildungseinrichtungen, ob in staatlicher oder freier Trägerschaft, gelingen kann, ihre Profile zu schärfen und damit die Entwicklung eines jeden Kindes durch individuelle Beschulung optimal zu fördern. In den Begrüßungsworten der Stadt Wuppertal stellte die Bürgermeisterin Silvia Kaut besonders das privatschulfreundliche Klima der Stadt und die überobligatorische kommunale Finanzierung von freien Trägern durch die Stadt heraus. Zum Höhepunkt des Treffens zählte die aus Sicht der VDP-Mitglieder mit Spannung erwartete Impulsrede des Staatssekretärs aus dem Ministerium für Bildung und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Günter Winands. Der Staatssekretär betonte in seiner dreißigminütigen Rede und in dem anschließenden Gespräch mit dem Vorstand und der Geschäftsführung des VDP Privatschulverbandes unter anderem die Gleichstellung der 429 Ersatzschulen (Privatschulen) mit den knapp 6.400 staatlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen im neuen Schulgesetz. Er hob die Bereicherung der Schullandschaft durch Privatschulen explizit hervor und unterstrich nochmals die jüngste Aussage der NRW-Bildungsministerin Barbara Sommer, dass "Privatschulen neben den staatlichen Schulen die zweite, gleichberechtigte Säule im öffentlichen (Schul-)Bildungssystem" seien. Daneben betonte der Staatssekretär die sehr konstruktive Zusammenarbeit des Berufsverbandes mit dem NRW-Bildungsministerium. Der Staatssekretär rief dazu auf, "die in Nordrhein-Westfalen eingeräumte pädagogische Freiheit privater Schulen intensiver zu nutzen und weiter auszubauen". Das Land werde auch in Bezug auf die Finanzierung der Ersatzschulen, wie im Koalitionsvertrag fixiert, ein "dauerhaft verlässlicher Partner" sein. Ein Paradigmenwechsel war bei der Rede des Staatssekretärs im Rahmen der Gründung von Privatschulen in Nordrhein-Westfalen im Grundschulbereich herauszuhören. Danach würden "qualitativ nachhaltige Initiativen von freien Grundschulen in Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Gesetze grundsätzlich vom NRW-Ministerium begrüßt und gefördert", so der Staatssekretär. Auch die neue Ersatzschulverordnung sieht bei der Genehmigung von Ersatzschulen in Nordrhein-Westfalen erhebliche Erleichterungen für die Träger vor. Über die vom Verband für Nordrhein-Westfalen geforderte staatliche Anerkennung von Abschlüssen staatlich anerkannter berufsbildender Ergänzungsschulen konnte man sich allerdings noch nicht verständigen. Doch der Staatssekretär deutete mit dem Ausspruch "steter Tropfen höhlte schon so manchen Stein" auch hier grundsätzliche Redebereitschaft des Ministeriums an. Die anschließende Podiumsdiskussion zum markanten Thema "Wie viel Staat verträgt die Bildung" mit bildungspolitischen Vertretern aller Landtagsfraktionen, einem Vertreter des Regionalen Einkaufszentrums der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesgeschäftsführer des VDP, Christian Lucas, wurde teilweise kontrovers, aber stets konstruktiv geführt. Matthias Killing, NRW.TV-Moderator, leitete frisch und zu jedem Zeitpunkt professionell den politischen Diskurs. Ein weiterer Höhepunkt war am zweiten Kongresstag dann das Fachforum mit dem bekannten Erziehungswissenschaftler Martin Herold vom SOL-Institut und Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen aus Ulm zum Thema "Selbstorganisiertes Lernen (SOL)". Dort wurde SOL als ein systemischer Ansatz für Unterricht vorgestellt, der neben einer fundierten Fachwissensvermittlung Lernziele wie Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Handlungskompetenz in den Mittelpunkt stellt. Daneben gab es Fachforen zum Thema "Interne Evaluation nach SETS" (Bertelsmann-Stiftung) unter der Leitung der Vorsitzenden der LEH-Vereinigung, Erika Risse, sowie zu einem neuen dreistufigen VDP-Qualitätsmanagement-Modell auf DIN ISO-Basis im Rahmen einer "Externen Evaluation". Das VDP-Modell wurde in Kooperation mit dem anerkannten Zertifizierer CERTQUA, Andreas Orru und der RAG Bildung Berufskolleg, Hans-Helmut Weiland, entwickelt. Dieses soll als Alternative zur derzeitigen Qualitätsanalyse des Landes allen VDP-Mitgliedern dienen. Der VDP Kongress NRW soll nunmehr im zweijährigen Turnus dem wachsenden Mitgliedernetzwerk in Nordrhein-Westfalen angeboten werden. Im Jahr 2009 wird der nächste große VDP-Kongress des VDP Privatschulverbandes NRW gemeinsam mit dem VDP-Bundeskongress in der Landeshauptstadt Düsseldorf stattfinden und mit dem Thema "Schulen in freier Trägerschaft" vor allem auch das Thema "Erwachsenenbildung" fest im Blick haben.
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