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VON NATASCHA PLANKERMANN UND ANDREAS BRETZ (FOTO)
Es gibt sie, die Anzeichen, bei denen die Alarmglocken schrillen und in Leuchtbuchstaben die Aufforderung vor Augen erscheinen sollte: jetzt aber los, beweg dich! Und so sehen diese Signale aus: Das Treppensteigen fällt schwer, und nur mit Ach und Krach schafft man es, die Schuhe zuzubinden. Wenn das "Hüftgold" dafür sorgt, dass einem beim Radfahren schnell der Schweiß ausbricht und man beim zügigen Gehen aus der Puste gerät, ist es höchste Eisenbahn für den Körper. Schließlich möchte niemand frühzeitig mit Herz-und Kreislaufkrankheiten kämpfen und nur noch kurzatmig durch die Straßen schleichen.
Körperhaltung trainieren Die gute Nachricht vorweg: Die Formel "Je älter, desto unbeweglicher" ist längst außer Kraft gesetzt. Keine Seltenheit, dass heute 65-Jährige bei Marathonläufen gute Plätze belegen, und andere erst mit 70 Jahren Karate für sich entdecken. Aber warum gleich in Extreme verfallen? Viele Sportarten sind auch für weniger ambitionierte Einsteiger aller Altersgruppen geeignet, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren, Wandern, Walken, Skilanglauf oder Gymnastik. Um die Koordination und das Gleichgewicht zu verbessern, kann man tanzen oder Kurse in Tai Chi machen - eine chinesische Heilgymnastik mit fließenden Bewegungen, die Ausgeglichenheit, Ausdauer und Konzentration verbessern soll. Auch die Pilates-Methode, erfunden von dem in Mönchengladbach geborenen Bewegungslehrer Joseph Hubert Pilates, ist eine gute Möglichkeit, die Körperhaltung zu trainieren. Doch für welche Art von Bewegung soll man sich entscheiden, wenn man über Jahre nicht besonders aktiv war? Christa-Jana Hartwig, Diplompsychologin und Expertin zum Thema "Life Balance", empfiehlt: Machen Sie sich klar, was sich mit ein wenig Mühe gut in den Alltag integrieren lässt. "Wie wäre es, sich mit Freunden zu verabreden, um den Vorsatz zum Joggen auch wirklich umzusetzen? Die Treppe statt den Fahrstuhl zu nehmen, auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu setzen. Jeden Tag eine gute Sache für die Gesundheit zu tun ist besser, als sich zehn vorzunehmen. Denn wer sich zu viel vornimmt, schafft oft gar nichts."
Mehr Spaß im Team Das A und O, um nicht gleich wieder die Flinte ins Korn zu werfen, ist die richtige Unterstützung von Anfang an - durch qualifiziertes, geschultes Personal. Der Meinung ist Sandra Anbuhl, Trainerin und Dozentin beim Düsseldorfer Bewegungszentrum "Fit by Witt" (www.fit-by-witt.de), das an die Weber-Schule für Gymnastiklehrer und Tanzpädagogen angeschlossen ist. "Wer regelmäßig zum Check-up beim Arzt war und keine Befunde hat, kann gleich losstarten", sagt Dozentin Anbuhl, die sportliche Einsteiger berät. "Allen anderen empfehle ich erst eine Untersuchung, damit wir auf individuelle Probleme Rücksicht nehmen können." So empfiehlt sie etwa bei Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich, die Bauchmuskeln zu kräftigen. Die Qualität einer Beratung erkennt man laut Anbuhl daran, dass nach den persönlichen Zielen gefragt wird (Wollen Sie an Ihrer Kondition arbeiten, die Muskeln kräftigen, oder wird beides angestrebt?). "Danach beginnt man langsam - vielleicht mit Walken, um die Kondition anzukurbeln - und steigert sich, je nach den Empfehlungen der Trainer. Dabei sollten alle Muskelgruppen gefordert werden." Folglich gelte es, einseitige Bewegungen etwa beim Tennis oder beim Golf auszugleichen, meint Sandra Anbuhl und führt als Beispiel die Fußball-Nationalmannschaft an: "Da wird nicht nur gekickt, sondern es stehen auch Athletik-, Koordinations- und Dehnungsübungen auf dem Programm, um Verletzungen zu verhindern." Info: 5,50 Meter Thera-Band kosten ab 14 Euro, Fachhändler findet man unter www.thera-band.de.
Ausdauer zeigen Egal, bei welcher Sportart man einsteigt: Ausdauer gehört dazu. Körperliche Fortschritte können nämlich nur durch wiederholte Belastungsreize erreicht werden. "Hierzu sind mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche à 30 bis 45 Minuten notwendig", erklärt Sven A. Clausen, Personal Trainer und Gesundheitsreferent beim Hamburger Sportbund (HSB). Damit man bewusst bei der Sache bleibt, sollte man sich in seiner Kleidung wohlfühlen, rät Sportdozentin Sandra Anbuhl. Übrigens: Alle Übungen mindestens zehn Mal wiederholen - sonst wirken sie nicht.
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