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Stehende Ovationen für Professor Hollmann
Rund 120 Ärzte und Physiotherapeuten nahmen am 3. Kölner Therapiegespräch teil, das unter dem Titel "Neue ganzheitliche Ansätze in der Physiotherapie" stand. Für seinen exzellenten einführenden Vortrag wurde Professor Wildor Hollmann vom Auditorium mit lang anhaltendem stehenden Applaus gewürdigt.
von Birgitt Ecken und Theo Pönsgen Eckert Seit seiner Emeritierung widmet sich Professor Hollmann intensiv dem Gebiet der Hirnforschung und begeisterte das Publikum mit seinen Ausführungen zu Geist, Gehirn und körperliche Aktivität. Das beste Beispiel für die Plastizität des Gehirns und lebenslanges Lernen bot der Referent selber, der mittlerweile 84 Jahre alt ist. Ohne jegliche Notizen oder Aufzeichnungen präsentierte er neueste Erkenntnisse und Zusammenhänge. Auf die Nachfrage aus dem Publikum, wo man dies so nachlesen oder finden könnte, antwortete er: "Dies befindet sich in meinem Kopf". Nahtlos knüpfte Cornelia Schneider an seinen Vortrag an und stellte unter dem Titel "Machen Sie doch, was Sie wollen - neuropsychologische Möglichkeiten der Verhaltensänderung" neue Ansätze vor, die auch für die physiotherapeutische Tätigkeit von großer Relevanz sind. Diese neuen Erkenntnisse würden auch zu einem veränderten physiotherapeutischen Grundverständnis und Handeln in den nächsten 10 Jahren führen. Nach diesen grundsätzlichen Referaten stellte Dr. Jennissen vom Strahleninstitut Köln neueste bildgebende Verfahren und Real Time-Untersuchungen mit Ganzkörper-CT vor. Auch diese Verfahren sind Meilensteine in der Forschung und Diagnostik speziell in der Gehirnforschung und Neurologie. Der Nachmittag wurde eröffnet von zwei orthopädisch-chirurgischen Vorträgen. Im ersten Teil präsentierte Dr. Oliver Greshake, Praxis für Traumatologie und Sportmedizin am Klinikum Köln-Merheim, eindrucksvolle Bilder und Videos von der arthroskopischen Rotatoren-Manschetten-Konstruktion, die mittlerweile in 80 % der Operationsverfahren von ihm eingesetzt wird. Dr. Jörg Schröder von der Klinik am Ring in Köln informierte über die Rolle des MPFL sowie die entsprechenden Operationsverfahren zur Wiederherstellung der Stabilität der Patella. Ein weiterer Schwerpunkt des Tages stellte die Triggerpunkt-Therapie dar. Professor Schmitz erläuterte neueste Forschungsergebnisse aus der Physiologie, in der erstmals biochemische Veränderungen durch die Triggerpunkt-Behandlung nachgewiesen werden konnten. Wie dies alles in der Praxis anzuwenden ist, stellte Dr. Hansen in seinem anschließenden Vortrag heraus. Beide Referenten sind maßgeblich in diesem Bereich tätig und auch in der Internationalen Gesellschaft Triggerpunkt Medizin (IGTM) aktiv. Im abschließenden Referat kehrte Philippe Richter von der IFAO zum Titel der Veranstaltung zurück und stellte in seinem Vortrag die ganzheitlichen Zusammenhänge von Geist, Gehirn und körperlicher Aktivität in der osteopathischen Therapie heraus. Abgerundet wurde der Tag mit einer kleinen Feier anlässlich des 70. Geburtstages der Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes Christel Flügge, die den Landesverband mitgegründet und über 20 Jahre lang als Vorsitzende geleitet hat. In kleinen Rückblicken und Vorträgen ließen Wegbegleiter und Freunde diese Zeit nochmals Revue passieren.
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