![]() |
|
Sie sind hier: Home » Presse » Pressespiegel
Ulrika Boenke-Peters
Die Weber-Schule ist eine der ältesten Ausbildungsschulen für Gymnastiklehrer/-innen Deutschlands. Am 7. Mai 2010 feierte die Schule ihr 60-jähriges Jubiläum mit einem Festakt und einer großen Werkschau. Nachdem Schulleiterin Susanne Ganz die Gäste in der Aula der Waldorfschule Gerresheim zu der 60-Jahr-Feier der Weber-Schule begrüßt hatte, sprach Petra Witt, Schulträgerin und Geschäftsführerin der Präha-Gruppe, die einleitenden Grußworte und blickte auf die letzten zehn Jahre zurück. Welchen Stellenwert die Weber-Schule in puncto Gymnastiklehrerausbildung genießt, zeigten die Reden des Vorsitzenden des Bundesverbandes staatlich anerkannter Berufsfachschulen für Gymnastik und Sport (BBGS), Frank Kegler, und des Präsidenten des Verbandes Deutscher Privatschulverbände (VDP), Michael Büchler. Grund genug, die lebhafte Schulgeschichte Revue passieren zu lassen.
Schule im Wandel Die Gründung der Weber-Schule geht auf das Ehepaar Charlotte und Hartwig Weber zurück, die beide ihre Gymnastiklehrerausbildung an der Bode-Schule absolvierten. 1948 siedelte das Ehepaar ins Rheinland um und übernahm 1948 die Bode-Rohrmann-Schule in Düsseldorf, die es 1950 als Hartwig-Weber-Schule neu gründete. Das Ehepaar fühlte sich der Tradition der Rhythmischen Bewegungserziehung von Dr. Rudolf Bode verbunden und setzte diesen Schwerpunkt in der Gymnastiklehrerausbildung der eigenen Schule fort. Sie vertraten eine Bewegungslehre, in der die "natürliche Bewegung des menschlichen Körpers Grundlage für alle Tätigkeiten" sein sollte. Neben der Düsseldorfer Schule gründete Hartwig Weber in den folgenden Jahren noch weitere Berufsfachschulen für Gymnastik. Nach der Trennung übernahm Charlotte Weber 1965 die Trägerschaft und Leitung der Weber-Schule in Düsseldorf. Zwei Töchter, Almut und Heide, sowie einer der Söhne, Sigurd, folgten den Spuren der Eltern, wurden ebenfalls Gymnastiklehrer/-innen und unterrichteten anschließend in den eigenen Schulen. Sigurd Weber war nicht nur Lehrer, sondern auch Schulleiter verschiedener Weber-Schulen. 1975 übernahm er die Schulleitung und ein Jahr später die Trägerschaft der Weber-Schule Düsseldorf. Kontinuität, aber auch die Erweiterung der Ausbildungsinhalte kennzeichnen die Zeit seiner Schulleitung. So ergänzte er die Ausbildung im tänzerischen Bereich um den Modernen Tanz, Jazz-Tanz und Afrikanischen Tanz, indem er 1995 Susanne Ganz als Lehrerin einstellte, die ihr Lehramtsstudium (Sek. I und II für Sport und Biologie) im Fach Sport mit dem Schwerpunkt Tanz abgeschlossen und eine zusätzliche Tanzausbildung absolviert hatte. Zwei Jahre später übertrug er ihr die Schulleitung. Ende 1999 übergab Sigurd Weber seine Düsseldorfer Schule an das Präha Bildungszentrum mit Sitz in Kerpen. Ziel der Geschäftsführerin Petra Witt war und ist es seitdem, die Tradition der Schule zu bewahren und sie zusammen mit Susanne Ganz als Schulleiterin weiterzuentwickeln. Gleichzeitig galt es aber auch, die Weber-Schule zum integrierten Mitglied der Präha-Schulen werden zu lassen. Dieser Schritt ist geglückt. Allein in den letzten zehn Jahren haben 500 Absolventen und Absolventinnen das Examen zum/zur staatlich geprüften Gymnastiklehrer/-in bestanden. Gymnastik in Prävention und Rehabilitation ist weiter der Ausbildungsschwerpunkt. Daneben spielt der Tanz eine gewichtige Rolle. Bewegung als Ausdruck der gesamten Persönlichkeit wird als ganzheitlicher Ansatz in allen Unterrichtsfächern verfolgt, insbesondere in den Bewegungsfächern, in denen nicht nur der funktionale, sondern auch der gestalterisch-künstlerische, tänzerische und der therapeutische Bereich integriert sind. Das komplexe Berufsbild der Gymnastiklehrer/-innen und deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten erfordern ein sehr breites Ausbildungsspektrum. Dieses umfasst den kognitiven, emotional-kreativen und den motorischen Bereich. Eine wichtige Weiterentwicklung der Schule fand schon im Jahr 2000 statt, als die Umstrukturierung von der Ersatzschule zum Berufskolleg Sek. II mit dem doppelt qualifizierenden Abschluss erfolgte: Berufsabschluss zum/zur staatlich geprüften Gymnastiklehrer/-in und gleichzeitiger Erwerb der Fachhochschulreife, mit der jedes beliebige Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden kann. Ein Jahr später wurden dann auch noch die Weiterbildungen Motopädie und Tanzpädagogik der Weber-Schule angegliedert. Die letzte große Änderung brachte der Umzug 2007 aus der Düsseldorfer Altstadt in das Aureum in der Emanuel-Leutze-Straße in Düsseldorf mit sich. Nach 20 Jahren in der Bilker Straße war es aufgrund des größeren Bildungsangebotes in den alten Räumlichkeiten zu eng geworden. Hier im Aureum ist die Weber-Schule Teil des interdisziplinären Präha Bildungszentrums, wo auch Fitness- und Wellness-Coaches, Logopäden/-innen, Ergotherapeuten/-innen sowie Masseure/-innen und medizinische Bademeister/-innen ausgebildet werden.
Bildung im Wandel Der Spagat zwischen Tradition und Veränderungsbereitschaft ist für Trägerin und Lehrerteam eine ständige Herausforderung. Lebensbegleitendes Lernen ist nicht nur eine Prämisse für erfolgreiches Arbeiten, sondern auch eine Überlebensstrategie für Schulen in privater Trägerschaft. Als die Weber-Schule vor 60 Jahren gegründet wurde, setzten Hartwig und Charlotte Weber den Schwerpunkt im musikalisch-rhythmischen Bereich in der Gymnastiklehrerausbildung. Die enge Verbindung zwischen Musik und Bewegung kam auch in der Voraussetzung, dass alle Schülerinnen Klavier und ein weiteres Instrument beherrschen mussten, zum Ausdruck. Eine sehr freie Lehrweise prägte die erste Ausbildungszeit. Noten wurden erst zum Examen erteilt. Als immer mehr Absolventen/-innen Mitte der 70er Jahre in öffentlichen Schulen eingestellt wurden, war eine Anpassung des Curriculums notwendig. Der rhythmische Bereich der Gymnastiklehrerausbildung wurde zugunsten von Schwimmen, Leichtathletik und Turnen etwas zurückgenommen. Halbjahres- und Jahreszeugnisse hielten Einzug. Die Fertigkeit, ein Instrument zu spielen, war kein Aufnahmekriterium mehr. Anfang der 80er Jahre gewann der Präventionsbereich an Bedeutung. Immer mussten sich Kollegium und Trägerschaft den neuen Rahmenbedingungen anpassen, neues Wissen erwerben und an die Schüler/-innen weitergeben. Nun kamen krankengymnastische Techniken, Massage, Schwangerschaftsgymnastik, Bewegungstherapie, Tanztherapie und Motopädagogik mit in den Ausbildungsplan. Mitte der 90er Jahre kam ein weiterer Schwerpunkt in Richtung Tanz hinzu. Als sich im Jahre 2000 die berufsbildenden Ersatzschulen zum Berufskolleg erweiterten, musste das Curriculum umfassend angepasst werden, da für den Erwerb der Hochschulreife zum Beispiel Mathematik, Deutsch, Englisch integriert werden mussten. Heute umfasst der Ausbildungsplan 36 Wochenstunden beziehungsweise 4.320 Unterrichtsstunden in drei Jahren. Dass lebensbegleitendes Lernen nicht nur eine Worthülse ist, sondern aktiv gelebt wird, hat das Kollegium der Weber-Schule in den letzten Jahrzehnten eindrucksvoll bewiesen. Und doch ist es immer der Tradition der Gründer verbunden geblieben. Dies zeigt sich im Kollegium auch daran, dass von den sechs Bewegungslehrer/-innen drei bei der Weber-Schule ausgebildet wurden, die heute diese Grundsätze an eine neue Generation von Gymnastiklehrer/-innen weitergeben.
Durch Bewegung in Bewegung Bewegung gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen, wird im Alltag vieler aber stark vernachlässigt. Aufgabe von Gymnastiklehrer/-innen ist es nun, ein aktives und positives Verhältnis zum eigenen Körper und zur Bewegung aufzubauen und somit das natürliche Bewegungsbedürfnis zu aktivieren. Über Bewegung soll die geistige, emotionale und körperliche Entwicklung angeregt werden. Damit ist auch das Verständnis von Gesundheitsförderung umrissen, welches die Absolventen/-innen der Weber-Schule in ihren späteren Beruf weitertragen. Bewegung hält fit und jung. Eine Weisheit, die in jedem Alter ihre Berechtigung hat. Bewegung ist gut für Herz, Kreislauf und Immunsystem sowie für den Bewegungsapparat und das generelle Wohlbefinden. Dabei sind die Bewegungsangebote im Präventions- und Rehabilitationsbereich aber auch "Moden" unterworfen, die mit dem staatlichen Curriculum in Einklang zu bringen sind. So wird heute beispielsweise im Bereich Körper- und Bewegungsbildung Aerobic, Step-Aerobic, Pilates oder Medical Nordic Walking unterrichtet, um die Absolventen/-innen marktgerecht auszubilden. Die Absolventen/-innen der Weber-Schule erhalten mit dem Examenszeugnis zusätzlich folgende Fortbildungszertifikate, die als Mehrwert in der Ausbildung integriert sind: "KddR Rückenschule", Aerobic-B-Lizenz, Sporttherapie DVGS Stufe I und II, Medical Nordic Walking und ganz neu Mediengestaltung mit Videoschnitt und Musikproduktion.
Jubiläumsfeier Wie viel Freude und Spaß Bewegung machen kann, haben die Schülerinnen und Schüler bei der Jubiläumsveranstaltung eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Alle sechs Gymnastikklassen zeigten in einem zweistündigen Programm die Vielfalt der Ausbildung. Die der Weber-Schule angeschlossenen Weiterbildungen Motopädie und Tanzpädagogik zeigten jeweils mit einem Gaststück ihr Können. Auch die Fitness- und Wellness-Coaches der Präha-Akademie hatten ein Stück einstudiert. Von gestalterisch verbundenen Pilates-Übungen mit dem Pezzi-Ball, Rhythmikstücken über Jazz Dance und Modern Dance, einer Symbiose von Ballett und Hip Hop, Bewegungsgestaltung nach Bildern und Geschichten, Stücken mit stark expressivem Charakter bis zu Afrikanischem Tanz mit Live-Trommeln reichte die Palette der Darbietungen. Die Stücke weckten eine ganze Reihe unterschiedlicher Emotionen - beschwingt mit der Musik zu "Sixties", nachdenklich bis wehmütig die Darstellung im "Lyrical Jazz", dynamisch die Beschreitung unterschiedlicher "Wege", kraftvoll-aggressiv das Stück "Männersache" oder aber kunstvoll-witzig die Bewegungsgestaltung "Tücher". Beeindruckt haben auch die zwei Beispiele von Abschlussarbeiten aus dem neuen Bereich Mediengestaltung, bei denen Idee, Bewegung, Musikproduktion und Videoschnitt von den Schüler/-innen erarbeitet und aufeinander abgestimmt waren. Die kreative Umsetzung von Bewegung zu Musik hat Begeisterung und bei einem Film wahre Lachsalven nach sich gezogen. Donnernden Applaus und Standing Ovations gab es nach dem letzten Tanz "Ogun", bei dem alle Schülerinnen und Schüler der Schule gemeinsam auf der Bühne auftraten. Ein gelungener Auftritt. Die Schülerinnen, Schüler und das Lehrerteam der Weber-Schule haben ihren Gästen und dem Publikum einen unvergesslichen Abend geschenkt. Schade, dass die Zeit so schnell vergangen war - gerne hätte das Publikum mehr gesehen.
Lesen Sie dazu auch:
Infotermine | Bildungseinrichtungen | Ausbildungen | Studium | Weiterbildungen | Kurse | Aktivitäten | Wir über uns Studieninfos/Newsletter | Alumni Club | Präha-Videos Presse | Veröffentlichungen | Internationale Partner | Präha-Jobs Copyright © by Präha Gruppe | Impressum
|
|
||||