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Sommerfest des VDP Nordrhein-Westfalen
VDP NRW Herbstbrief 2011

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Auch wenn ein "Sommerfest" in diesem Jahr als Euphemismus bezeichnet werden muss, so schien beim zweiten Sommerfest des VDP Nordrhein-Westfalen am Freitag, dem 16. September, zwar nicht die Sonne, aber der guten Stimmung war das Wetter nicht abträglich.

Schloss Mickeln in Düsseldorf Himmelgeist bot wieder die malerische Kulisse für das Treffen von Politikern, Verbandsmitgliedern und Vertretern von Landesbehörden, Verbänden und Organisationen. Informeller Meinungsaustausch, Sommerausklang und Schulbeginn genießen - dies beabsichtigt der VDP mit der Veranstaltung. Und so nutzten es auch die Gäste - anregende Vorträge und Gespräche musikalische Umrahmung (durch Kuratoriumsmitglied Frank Scholz) und Flying Buffet machten das Treffen der Privatschullandschaft in NRW aus und leiteten das neue Schuljahr ein. Alle nutzten das Fest, um neue Kontakte zu knüpfen, alte zu beleben und der eine oder andere erhielt Anregungen für seine berufliche Arbeit. Auch für das nächste Jahr kündigte Geschäftsführerin Eva Lingen das nächste Sommerfest an, nach dem Motto: "Etwas das mindestens zweimal stattgefunden hat, wird zur Tradition in NRW." Nach harter Arbeit sei es erlaubt, auch zu feiern und zu arbeiten - und so erinnerte Eva Lingen an wichtige Aufgabenfelder des Verbandes in den letzten Monaten: die Bildungskonferenz, den Einsatz gegen die Instrumentenreform und die Bemühungen um die Abwendung der Kürzungen der nicht-verkürzbaren Umschulungen im Altenpflegebereich.

Nach diesem kurzen Abriss der Verbandsarbeit präsentierten auch Petra Witt, Vorsitzende der Landesverbandes, und Gastredner Dr. Albert Wunsch ein paar "harte Fakten" mit großem Informations- und Unterhaltungswert.

Die Themen reichten in diesem Jahr vom fachspezifischen "Beitrag der freien Bildungsträger für die berufliche Bildung" bis zum allgemein gehaltenen Vortrag "Erziehung und Bildung zwischen Unter- und Überforderung".

Sommerfest des VDP Nordrhein-Westfalen So zeigte Petra Witt einen kleinen Einblick in ihre Arbeit als Verbandsvorsitzende, berichtete von einer Fachtagung der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Eifel wenige Tage zuvor zum Thema: "Woher und wie gewinnen wir das Potential für unseren zukünftigen Bedarf in der Beschäftigungswelt in Deutschland?" und spannte locker den Bogen zu den berufsbildenden Schulen des VDP. Vor den speziell für NRW vorliegenden Zahlen der zukünftig zu erwartenden Schulabgänger, -abschlüsse und den dagegen aus dem Berufsleben ausscheidenden Personen gilt es, die möglichen Reserven in den Bereichen Jugendliche, BerufsrückkehrerInnen und die Personengruppe 50Plus gezielter zu mobilisieren. Auch die Arbeitsagenturen sind sich bewusst, dass die Instrumente der Bildungsförderung dazu neu überdacht und angepasst werden müssen.

Instrumente zur Steigerung allgemeiner schulischer Abschlüsse bei Problemgruppen, Unterstützungsmöglichkeiten des Wiedereinstiegs von BerufsrückkehrerInnen und neue Wege der (Teilzeit-) Weiterbeschäftigung nach dem Erreichen des Rentenalters als Chance für Unternehmen und Gesellschaft. Erstaunen rief selbst unter den Fachleuten die kaum bekannte Tatsache hervor, dass in Nordrhein-Westfalen mehr als ein Drittel der berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft geführt werden.

Mit Dr. Albert Wunsch untersuchte einer der bekanntesten deutschen Erziehungswissenschaftler Mängel und Schwächen des (deutschen) Bildungs- und Erziehungssystems. Seine provokanten Bücher über "Die Verwöhnungsfalle" und den "Abschied von der Spaßpädagogik" bescherten dem Diplom-Sozialpädagogen und Psychologen große mediale Aufmerksamkeit.

Und so zog er auch beim VDP Sommerfest eine provozierende Bestandsaufnahme und Bilanz. Sein Befund: Es sind effektivere Handlungskonzepte notwendig. Lehrkräfte pendeln häufig zwischen Überforderungs- und Unterforderungs-Szenarien, sowohl bei sich selbst als auch bei den Schülern. Und zu viele Eltern tragen ihren Teil dazu bei, da sie das schulische Wirken nicht aktiv begleiten, sondern zwischen Schongang und machtvoll durchzusetzenden Forderungen schwanken. Und die verwöhnten Kinder und Jugendlichen einer Spaßgesellschaft erwarten schließlich, dass alles leicht und locker vonstatten geht. Unterlegt wurde diese Bilanz mit unterhaltsamen, aber auch schockierenden Beispielen aus seiner Beratungspraxis.

Sein Fazit: Jedes Lebewesen, auch Kinder und Jugendliche, braucht die Herausforderung. "Denn Initiativen zur Entwicklung von Eigentätigkeit, Selbstverantwortung, Durchhaltevermögen, Problemlösungsfähigkeiten und Kreativität als Voraussetzung von Erfolg - und daraus resultierender Zufriedenheit - werden sich in der Unterforderung nicht entwickeln."
Sein Credo: "Die Drei-Einigkeit einer wirkungsvollen Erziehung: - wohlwollend - vorlebend und konsequent.
Wichtig: - Konsequenz ohne Wohlwollen ist Härte! - Konsequenz ohne Vorleben ist Lüge! - Wohlwollen ohne Konsequenz ist Feigheit!"

Für private Schulen sah Dr. Wunsch die besondere Chance, eine neue Erziehungslandschaft zu gestalten "weil in der Regel die Motivation der Beteiligten höher und die Rahmenbedingungen günstiger sind."

So eingestimmt ging es im privaten Gespräch weiter u.a. zwischen Malte Kelm, Referent der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Kai Zentara vom Landkreistag NRW, Jan Schlimgen vom VDP Baden-Württemberg, Eberhard Kwiatkowski von der Landeselternkonferenz NRW, Prof. Dr. Wolfram Hahn vom Verband der Privaten Hochschulen und Wilfried Bialik von der Arbeitsgemeinschaft Waldorfpädagogik.

 

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